Projekt

Fraunhofer-Institut für
System- und Innovationsforschung ISI

European Manufacturing Survey

Der "European Manufacturing Survey (EMS)" wird seit 2001 von einem Konsortium aus Forschungsinstituten und Universitäten mehrerer europäischer und außereuropäischer Länder organisiert. EMS erfasst auf Betriebsebene die Nutzung technisch-organisatorischer Innovationen in der Produktion und die damit erzielten Verbesserungen der Leistungsfähigkeit im Verarbeitenden Gewerbe. Derzeit liegen Daten aus fünf Erhebungsrunden vor. Aktuell laufen die Befragungen zum European Manufacturing Survey 2015/2016 bzw. die erhobenen Daten durchlaufen den Harmonisierungs- und Qualitätsprozess für die Aufnahmen in die EMS Daten.

Hintergrund

Wirtschaftliches Wachstum und die Sicherung von Arbeitsplätzen sind von der Fähigkeit der Unternehmen zu Innovation abhängig. Innovation kann sich dabei auf neue oder verbesserte Erzeugnisse, Leistungen, Verfahren, Organisationsformen, Märkte und anderes beziehen. Entsprechend wird die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen nicht nur über die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte und Dienstleistungen, sondern auch durch die entsprechenden Erstellungsprozesse bestimmt. Produktionskosten, Lieferflexibilität oder Qualität sind hier wichtige Größen.

Verschiedene Erhebungen versuchen die Innovationsaktivitäten der Wirtschaft zu erfassen, Rückstände einzelner Sektoren oder Regionen aufzuzeigen und die Situation in Deutschland mit anderen Ländern zu vergleichen. Dabei liegt der Schwerpunkt zumeist auf Indikatoren zur Produktinnovation. Prozessinnovationen werden kaum oder wenig detailliert erfasst.

Um diese Lücke zu schließen und vorliegende Erhebungen zu ergänzen, entwickelte das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) 1993 die Erhebung Modernisierung der Produktion. Diese Erhebung wurde 2001 internationalisiert und zum European Manufacturing Survey (EMS) ausgebaut. Ziel ist es, einen lediglich landessprachlich angepassten Kern von Fragen in allen Partnerländern zu nutzen und somit international vergleichbare Daten zu erheben und international vergleichende Analysen durchführen zu können.

Die Erhebung des European Manufacturing Surveys

Der "European Manufacturing Survey" (EMS) umfasst einen im EMS-Konsortium gemeinsam abgestimmten Kern an Indikatoren zu den Innovationsfeldern "Technische Modernisierung der Wertschöpfungsprozesse", "Einführung innovativer organisatorischer Konzepte und Prozesse" sowie "Neue Geschäftsmodelle zur Ergänzung des Produktangebots um innovative Dienstleistungen". Diese Kernfragen werden in allen beteiligten Ländern erhoben. Darüber hinaus werden in einzelnen Ländern zusätzlich Daten zu spezifischen Fragestellungen erfasst. Die zugrundeliegende Idee ist es, einen gemeinsamen Teil der Fragen über mehrere Wellen hinweg konstant zu halten, andere gemeinsame Fragen jeweils je Erhebungsrunde entsprechend aktuellen Problemstellungen aus dem Themenkreis Innovation in der Produktion anzupassen sowie Raum zu geben für einige länder- beziehungsweise projektspezifische Themenstellungen.

EMS wird mehrheitlich als schriftliche Betriebsbefragung durchgeführt. Zur Vorbereitung multinationaler Analysen werden die nationalen Daten einer gemeinsamen Validierungs-/Harmonisierungsprozedur unterzogen.

Die letzte Erhebung EMS 2009 konnte in 10 Ländern erfolgreich realisiert werden. Durch die Kooperation war es möglich, Informationen zum Einsatz innovativer Organisations- und Technikkonzepte bei der Herstellung von Produkten und Dienstleistungen sowie Leistungsindikatoren wie Produktivität, Flexibilität und Qualität von ca. 3.700 Firmen des produzierenden Gewerbes in diesen Ländern zu sammeln.

Internationales EMS-Konsortium

EMS wird von einem Konsortium aus Forschungsinstituten und Universitäten verschiedener europäischer und außereuropäischer Länder getragen. Die Koordination liegt beim Competence Center Industrie- und Serviceinnovationen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI). Dem EMS-Netzwerk angeschlossen sind derzeit folgende Institutionen:

  • Dänemark: Universität Süddänemark, Mads Clausen Institut für Marketing & Management, Sönderborg und Odense 

  • Deutschland: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, Karlsruhe 

  • Finnland: VTT Technisches Forschungszentrum Finnland 

  • Frankreich: Universität Lyon, IAE (Institut für Business Administration), Lyon

  • Großbritannien: Universität Leeds, Leeds University Business School, Leeds 

  • Italien: Institut für Industrietechnologien und Automatisierung (ITIA-CNR), Mailand 

  • Kroatien: Universität in Zagreb, Fakultät für Wirtschaft, Universität in Split, Fakultät für Technologien 

  • Niederlande: Radboud Universität, Nijmegen School of Management, Nijmegen

  • Österreich: AIT Austrian Institute of Technology, Foresight & Policy Development Department, Wien 

  • Portugal: UNIDEMI - Research Unit in Mechanical and Industrial Engineering, Fakultät für Forschung und Technologie, Neue Universität, Lissabon 

  • Russland: Staatliche Universität Moskau, Hochschule für Wirtschaft, Institut für Statistik und Wirtschaftswissenschaften (ISEK), Moskau 

  • Schweden: Universität Gävle, Universität Jönköping, Universität Chalmers und Luleå

  • Schweiz: Hochschule für Wirtschaft Luzern, Institut für Betriebs- und Regionalökonomie (IBR), Luzern 

  • Serbien: Universität Sad, Fakultät für Technische Wissenschaften 

  • Slowenien: Universität Maribor, Fakultät für Mechanik, Maribor 

  • Spanien: Universität Girona, Polytechnische Hochschule, Fakultät für Verwaltung und Produktdesign 

  • VR China: CAS Institut für Politik und Management (IPM), Fachbereich Wissenschaft und Technologie, Peking 

Ergebnisse und Analysen

Analysen der nationalen Datensätze des EMS dienen der Verbesserung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes sowie der Politikberatung zum Zwecke der Evaluierung von technologie- oder wirtschaftspolitischen Maßnahmen und der Information von Verbänden und Gewerkschaften in den einzelnen Ländern. Darüber hinaus werden in Forschungskooperationen multinational vergleichende Analysen durchgeführt.

Die Daten des European Manufacturing Survey (EMS) bilden zudem die Basis für ein aufschlussreiches Performance-Benchmark, welches Unternehmen die Möglichkeit bietet, ihre Betriebe mit anderen Betrieben national wie auch länderübergreifend zu vergleichen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf den Seiten des Online-Benchmarking des Fraunhofer ISI.

Publikationen (Auszug)

Jäger, A.; Moll, C.; Som, O.; Zanker, C.; Kinkel, S.; Lichtner, R. (2015): Analysis of the impact of robotic systems on employment in the European Union. Final report. Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2015.

Dachs, B.; Zanker, C. (2014): Backshoring of Production Activities in European Manufacturing, European Manufacturing Survey. Bulletin Nr. 3, December 2014.

Lay, G.; Copani, G.; Jäger, A.; Biege, S. (2010): The relevance of service in European manufacturing industries, Journal of Service Management 21(5), 715-726.

Kirner, E.; Kinkel, S.; Jäger, A. (2009): Innovation paths and the innovation performance of low-technology firms – An empirical analysis of German industry, Research Policy 38(2009), 447-458.

Armbruster, H.; Bikfalvi, A.; Kinkel, S.; Lay, G. (2008): Organizational innovation: The challenge of measuring non-technical innovation in large-scale surveys, Technovation 28(2008), 644-657.

Dachs, B.; Ebersberger, B.; Kinkel, S.; Waser, B. (2006): Offshoring of production – a European perspective, European Manufacturing Survey. Bulletin Nr. 2, Dezember 2006.

Armbruster, H.; Kinkel, S.; Lay, G.; Maloca, S. (2005): Techno-Organisational Innovation in the European Manufacturing Industry, European Manufacturing Survey. Bulletin Nr. 1, Dezember 2005.

Status

laufend

Auftraggeber

Eigenforschungsprojekt

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